Energiemanagement in der Sustain-Cloud

In dem Forschungsvorhaben SUSTAIN 2 wird derzeit in Bottrop eine Monitoring- und Cloudplattform für das kommunale Energiemanagement geschaffen und getestet. Die Plattform soll unterschiedlichste Systeme des Strom- und Wärmesektors zusammenführen. Durch das Monitoring der eingehenden Daten sollen bessere Energieeffizienz-Maßnahmen abgeleitet werden können, Treibhausgas-Emissionen reduziert und mehr erneuerbare Energien eingebunden werden. Das InnovationCity-Projekt wird von den Partnern ELE, E.ON, RWTH Aachen und Stadt Bottrop durchgeführt.

Mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung lebt in Städten, was dazu führt, dass Städte mehr als 70 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen emittieren. Ein Großteil dieser Emissionen stammt aus dem Gebäudesektor, aus den Bereichen Raumwärme und Warmwasser. Will man an dieser Stelle den Ausstoß an Treibhausgasen reduzieren, gilt es, Effizienzmaßnahmen umzusetzen und mehr erneuerbare Energien einzubinden.

Die Stadt Bottrop arbeitet mit ihren Partnern ELE, RWTH Aachen und E.ON im Forschungsprojekt „Sustain“ zusammen. Grafik: Stadt Bottrop

 

Eine stärkere Integration erneuerbarer Energien fand bis dato primär im Stromsektor, nicht aber im Wärmesektor statt. Erst durch eine ganzheitliche Betrachtung des Strom- und Wärmesektors auf Quartiersebene (und eben nicht die Fokussierung auf einzelne Haushalte und Gebäude) lassen sich größere Potenziale erkennen. Das heißt, dass SUSTAIN 2 in der InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop zunächst die Transparenz schafft, die überhaupt zu Reduktionen und einer Änderung im Verbrauchsverhalten führen kann. Der Kommune obliegt hier eine Vorreiterrolle, um auf lokaler Ebene Energieeffizienz und Klimaschutzziele voranzutreiben. Ziel von SUSTAIN 2 ist letztlich die Demonstration des finanziellen und energetischen Mehrwerts von Cloud-Systemen.

Die Erfahrungen aus der ersten Phase des Projekts, SUSTAIN 1, haben gezeigt, dass Cloud-Systeme in Kombination mit intelligenten Messsystemen zu einem besseren Verständnis solcher Systeme führen und zudem Einsparpotenziale identifizieren können. Da für Cloud-Systeme keine eigenen Rechnerkapazitäten angeschafft werden müssen, sind diese leicht und kostengünstig skalierbar. Kommunen können also mit wenigen Gebäuden und damit einem geringem finanziellen Risiko beginnen, das Cloud-System jedoch jederzeit um weitere Gebäude erweitern.

In Bottrop wurden inzwischen 25 repräsentative kommunale Gebäude ausgewählt und eine Vielzahl von energiespezifischen Daten erfasst, beispielsweise Temperatur und Feuchtigkeit, Gas- und Stromverbräuche. Im Verlauf des Projekts werden die Gebäude dann mit verschiedenen Messsystemen und mit entsprechender Software zur Mensch-Maschine-Interaktion ausgestattet sowie mit der SUSTAIN-Cloud verbunden. Zielsetzung ist dabei, Erfahrungswerte für eine große Bandbreite an unterschiedlichen Herangehensweisen, Technologien und deren Akzeptanz zu generieren.