Ehepaar Gräfe (r.) vor ihrer KWK-Anlage mit Alexandra Botor vom GWI (r.) und Simone Richrath von der ICM (2.v.l.). Foto: ICM
Ehepaar Gräfe (r.) vor ihrer KWK-Anlage mit Alexandra Botor vom GWI (r.) und Simone Richrath von der ICM (2.v.l.). Foto: ICM

Forschungsvorhaben geht in die nächste Phase: Strom erzeugende Heizungen bekommen Speicher

Vor fünf Jahren startete das InnovationCity Ruhr-Projekt „100 KWK-Anlagen in Bottrop“. Damals wurden 100 Strom produzierende Heizungsanlagen, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) funktionieren, in Bottroper Heizungskellern eingebaut. Nun startet das Folgeprojekt „KWK plus Speicher“: 20 der 100 gasbetriebenen Anlagen erhalten einen Batteriespeicher, so dass der erzeugte Strom zwischengespeichert und zeitversetzt genutzt werden kann.

Welcher Speicher passt zu welcher Anlage?
Hocheffiziente KWK-Systeme sind ein wesentlicher Bestandteil der Klimaschutzstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Projekt „KWK plus Speicher“ soll wichtige Erkenntnisse auf dem Weg vom Labor in die Praxis liefern. Dazu werden unterschiedliche, bereits auf dem Markt verfügbare Batteriespeicher bei den 20 ausgewählten Projektteilnehmern installiert. So soll erforscht werden, welcher Speicher zu welcher Anlage passt und wie die Nutzung künftig flexibilisiert werden kann. Das bedeutet, dass der erzeugte Strom durch den Stromspeicher zukünftig auch zu Zeiten, in denen die Heizung keinen Strom erzeugt, verbraucht werden kann.

Mit gutem Gefühl heizen und den eigenen Strom produzieren
Das Ehepaar Gräfe hat eine KWK-Anlage und wird einen der 20 Batteriespeicher erhalten. „Aktuell liegt unser Eigenverbrauch bei dem Strom aus der KWK-Anlage bei 65 bis 70 Prozent und das wird zukünftig durch den Speicher hoffentlich noch mehr“, berichtet das Ehepaar. Ohne die Förderung im Rahmen des InnovationCity-Projektes sähe die finanzielle Bilanz bislang nicht optimal aus. „Es gibt uns ein gutes Gefühl, unseren eigenen Strom zu produzieren, zumal wir gleichzeitig auch unser Heizverhalten durch die neue Technologie optimieren.“ Technisch laufe mit der KWK-Anlage alles gut, ergänzen die Bottroper, allein das Drumherum, beispielsweise die Abwicklung mit dem Finanzamt, sei teilweise recht aufwändig.

Obwohl sich die Gräfes des teils hohen bürokratischen Aufwands verbunden mit dem Betrieb der KWK-Anlage und des hinzukommenden Speichers bewusst sind, sind sie insgesamt zufrieden und freuen sich auf das Folgeprojekt. Da es sich wie im ersten Projekt um ein Forschungsvorhaben handelt, sind nicht alle Umstände vorhersehbar. Das Gas- und Wärme-Institut Essen (GWI) übernimmt bei „KWK plus Speicher“ die Projektleitung, die Innovation City Management GmbH (ICM) ist für die Kommunikation verantwortlich.