ICM startet Beratung von Bürgern in Radevormwald

In Radevormwald startet die ICM mit der Umsetzung eines integrierten energetischen Quartierskonzeptes, das sie in den vergangenen Monaten gemeinsam mit der Stadt Radevormwald, der Stadtwerke Radevormwald GmbH (SWR) und der Gertec Ingenieurgesellschaft GmbH für den Ortsteil Herbeck erstellt hat. Für das angrenzende Neubaugebiet Karthausen haben ICM und Gertec zudem eine Potenzialanalyse für mögliche Wärmeversorgungsoptionen erstellt.

Für die geplante neue Siedlung Karthausen wurde ein innovatives Nahwärme-Versorgungssystem nach Stand der Technik konzeptionell erarbeitet, auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit geprüft und mit einer Referenzvariante verglichen.

Für das Quartier Herbeck geht es nach der Konzeptphase nun direkt in die Umsetzung. Der Abschlussbericht der Quartiersanalyse wurde der Verwaltung am 12. März 2020 übergeben. In dem Konzept wurde untersucht, welche technischen und wirtschaftlich geeigneten Sanierungsmaßnahmen für private Gebäude möglich sind. Darüber hinaus wurde analysiert, welche Maßnahmen sich ableiten lassen, um CO2-Emissionen zu reduzieren, die Energieeffizienz zu erhöhen und die Nutzung erneuerbarer Energien im Quartier zu steigern. „Mit entsprechenden Maßnahmen wollen wir nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner verbessern“, hatte Bürgermeister Johannes Mans bereits zu Beginn des Projektes erklärt. Die ICM ist nun damit beauftragt, die Bewohner des Quartiers zu energetischen Modernisierungen an ihren Häusern zu beraten. Bei den Bestandsgebäuden in Herbeck handelt es sich überwiegend um Doppel- und Reihenhäuser, die in den 1920er bis 1940er und 1950er bis 1960er Jahren erbaut wurden.

Eine typische Straße im Quartier Herbeck in Radevormwald. Foto: ICM
Eine typische Straße im Quartier Herbeck in Radevormwald. Foto: ICM

 

In Herbeck werden die Menschen aus verschiedenen Beratungsformen wählen können: Es wird ein Sanierungsbüro eingerichtet, also eine Anlaufstelle zur energetischen Gebäudemodernisierung. Geplant sind aber auch Haus-zu-Haus-Beratungen (also vor Ort bei den Hauseigentürmern) sowie themenspezifische Informationsabende. Neben Heizung, Dämmung und Photovoltaik wollen die Stadtwerke vor allem auch das Thema E-Mobilität aufgreifen. Zum Maßnahmenkatalog für Herbeck zählt auch das Schaffen der Infrastruktur zum Aufladen von E-Autos sowie die Einrichtung von Car-Sharing-Stationen. Einige Wünsche der Bewohner kennen die Projektpartner bereits: Die ICM hat eine Bewohnerbefragung durchgeführt, in der nicht nur Informationen zu den Gebäuden abgefragt wurden, sondern auch individuelle Wünsche zu Modernisierungsvorhaben und Mobilitätsangeboten.

Das Ziel der Beratung, die jetzt installiert wird, ist klar: Die Immobilien der privaten Eigentümer sollen nach Möglichkeit energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden, so dass vor allem die Heizkosten sinken. Tipps und Hinweise wird die ICM wie immer mit Augenmaß geben: Modernisierungsmaßnahmen müssen für die Herbecker Bürger finanziell umsetzbar und wirtschaftlich sinnvoll sein. Das ist auch das Erfolgskonzept aus Bottrop: In der InnovationCity Ruhr findet die kostenlose Energieberatung genau nach diesen Gesichtspunkten statt und jede Modernisierungsmaßnahme, die Treibhausgase reduziert, wird wertgeschätzt.

Bei dem von der KfW mit dem Programm 432 geförderten Quartierskonzept fungierte die SWR als Partner der Stadt Radevormwald und übernahm den Eigenanteil von 35 Prozent. Die ICM informiert interessierte Kommunen gerne über alle Details zum KfW 432-Programm.