Mitten in der Stadt den Generationenwechsel schaffen

Das Quartier, mit dem sich Oer-Erkenschwick beim InnovationCity roll out beworben hat, heißt Groß-Erkenschwick und grenzt unmittelbar an das Stadtzentrum. Hier überwiegt die Wohnnutzung in vornehmlich zwei- bis dreigeschossigen Gebäuden. Es gibt ein umfangreiches Schulzentrum mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium sowie die katholische Pfarrkirche St. Josef mit angegliedertem Pfarrzentrum und Kindergarten. Groß-Erkenschwick zeichnet sich durch großzügige Plätze und Innenhöfe aus, die sich als Bürgertreffpunkte anbieten. Auffällig ist auch der wunderbare alte Baumbestand. Ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung haben hier die Wenigsten: 84 Prozent der Groß-Erkenschwicker wohnen zur Miete. Der vorherrschende Gebäudetyp im Quartier zählt zum sogenannten „Schlichtwohnungsbau“ der Nachkriegszeit aus den 1950er und 60er Jahren.

Carsten Wewers ist seit 2015 Bürgermeister von Oer-Erkenschwick und setzt sich für den klimagerechten Stadtumbau ein. Foto: Dirk Böttger/ICM
Carsten Wewers ist seit 2015 Bürgermeister von Oer-Erkenschwick und setzt sich für den klimagerechten Stadtumbau ein. Foto: Dirk Böttger/ICM

 

Carsten Wewers kennt dieses Stadtviertel. Der Mittvierziger ist in Oer-Erkenschwick aufgewachsen und wurde 2015 zum Bürgermeister der kreisangehörigen Stadt gewählt. Er weiß, dass die Mehrzahl der Menschen, die vor 60 Jahren nach Groß-Erkenschwick gezogen sind, hier immer noch gerne leben. „Es kommt nun darauf an, die Jüngeren dazu zu holen und beide, Jung und Alt, im Viertel zufriedenzustellen“, sagt Wewers. Vom InnovationCity-Ansatz profitiere die Stadt, weil mitten in ihr ein Quartier zukunftsfähig gemacht werde. „Wir wollen lebendig bleiben, also müssen wir nachfolgenden Generationen attraktiven Wohnraum zur Verfügung stellen. Das kann meiner Meinung nach durch die energetische Modernisierung der Gebäude gelingen. Auf diese Weise schaffen wir den Generationenwechsel in Groß-Erkenschwick.“

Als größter Wohnungseigentümer vor Ort ist die Vivawest Wohnen GmbH in diesem Prozess ein bedeutender Partner für die Stadt. Gemeinsam mit dem Energieversorger innogy SE haben Stadt und Wohnungsunternehmen im Mai 2019 einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, in dem sie sich für Energieeinsparungen und Effizienzmaßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes aussprechen. Bürgermeister Wewers: „Zusammen wollen wir einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten und eine beispielgebende nachhaltige und innovative Aufwertung des Quartiers erreichen.“

 

Dieser Text erschien in geänderter Form zuerst in der Umbau21-Ausgabe 11/2019.