Quartier RheinEck in Meerbusch

Soziale Dimension spielt entscheidende Rolle bei nachhaltiger Entwicklung

Die GWH Immobilien Holding GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main und die Innovation City Management GmbH (ICM) trafen 2018 auf der Expo Real in München erstmals aufeinander. Schnell konnten gegenseitige Anknüpfungspunkte ausgemacht werden und weitere Treffen folgten. Bereits im März 2019 starteten beide Partner dann ein gemeinsames Projekt in Meerbusch, genauer im RheinEck, das zunächst auf eine Laufzeit von 14 Monaten ausgelegt war. Durch den positiven Projektverlauf und aufgrund der gewinnbringenden Zusammenarbeit wurde jedoch schnell klar, dass die Kooperation mindestens bis Ende 2020 weitergeführt wird, und je nach Ergebnis im Austausch mit der Stadt Meerbusch ist auch eine darüberhinausgehende Zusammenarbeit nicht ausgeschlossen.

Seit 2011 ist die hessische Wohnungsgesellschaft GWH Eigentümerin von 859 Wohnungen in der Böhlersiedlung in Meerbusch. Die Wohnsiedlung, die mittlerweile als „RheinEck“ bezeichnet wird, wurde in den 1950er Jahren im Stadtteil Büderich von dem Stahlveredler Böhler als Wohnsiedlung für mehr als 3.000 Mitarbeiter gebaut. Schon damals spielte die Wohnqualität in der Siedlung für die Arbeitnehmer eine große Rolle. Die GWH hat seit ihrem Erwerb bereits 13 Millionen Euro in die Bestandsentwicklung und das Wohnumfeld des RheinEck investiert, um die Wohnqualität zu halten und zu stärken.

Die Eigentümerin plant zeitnah ergänzende Maßnahmen in Form von Neubauten und eine Fortsetzung der bereits angestoßenen Wohnumfeld-Maßnahmen. Ferner besteht das Ziel einer größeren sozialen Durchmischung im Quartier, die durch unterschiedliche Wohnformen und Wohnangebote erreicht werden soll.

Gemeinsam mit dem Aachener Architekturbüro Herkrath und Herkrath (die im Bereich des Neubaus unterstützen) sowie den Verkehrsplanern aus Düsseldorf (Spiekermann Consulting Engineers GmbH) hat die ICM eine ganzheitliche Zukunftsvision für das Quartier erstellt. Seit Beginn 2020 befindet sich die ICM in einem regen und konstruktiven Austausch mit der Stadt Meerbusch, sodass der Politik ein gemeinsam abgestimmter Rahmenplan bis Ende dieses Jahres im Planungsausschuss vorgestellt werden kann.

Die soziale Dimension spielt bei der geplanten ganzheitlichen Entwicklung des Quartiers RheinEck eine entscheidende Rolle. Wichtig ist, dass die Ausgewogenheit unter den Mietern im Quartier durch eine soziale Stabilisierung gestärkt wird. Aus diesem Grund stellt die GWH auch zukünftig im Bestand zusätzlichen sozialgebundenen Wohnraum zur Verfügung. Darüber hinaus werden spezielle Wohnformen im Neubau untergebracht. Geplant ist ein zentrales Gebäude im Quartier, das sinnvolle Angebote unter dem Motto „Wohnen mit Service“ bündelt. Im Erdgeschoss dieses Gebäudes soll ein Gemeinschaftsraum entstehen, der separat erschlossen wird und sich zum zentralen Quartiersplatz, dem „Böhlerhof“, öffnet. Ein Pflegedienst ist schon in dafür vorgesehenen Büroflächen mitgedacht – dieser kann direkt vom Böhlerhof aus Pflege- und Unterstützungsleistungen im ganzen Quartier anbieten. Ein weiteres innovatives Gebäudekonzept am Böhlerhof sieht die Einrichtung einer Tagespflege im Erdgeschoss vor, mit direktem Bezug zum Platz und den nach Süden ausgerichteten Grünflächen. Die Obergeschosse des Gebäudes eignen sich aufgrund der Flächendisposition gut für Wohngruppenmodelle.

In der Wohnsiedlung der GWH in Meerbusch wird eine ganzheitliche Entwicklung angestrebt. Foto: ICM

 

Da der Böhlerhof mit seiner Lage mittig im Quartier und direkt am Quartiersbüro der GWH nicht nur räumlich, sondern auch funktional eine zentrale Rolle für das RheinEck einnimmt, spielt er bei der ganzheitlichen Entwicklung des Quartiers eine wesentliche Rolle. Derzeit wird der versiegelte Bereich als Parkraum genutzt und stellt eine mindergenutzte, defizitäre Fläche dar. Bei der Qualifizierung des Platzes wird ein Konzept erarbeitet, das die Aufenthaltsfunktion deutlich in den Mittelpunkt rückt. Es ist denkbar, dass dort zukünftig Food-Trucks zur Aufwertung des Platzes und zur Steigerung der Aufenthaltsqualität halten.

Der Anfang eines sowohl für das Quartier als auch die dort lebenden Menschen konstruktiven Austauschs wurde mit dem sogenannten Rahmenplan gemacht. Nun gilt es, geplante Entwicklungen im engen Austausch mit der Stadtverwaltung und der GWH weiter voranzutreiben, sodass erste Maßnahmen schon im kommenden Jahr umgesetzt werden können.

Autoren: Nathalie Pastwa, Dominik Serfling | ICM